Locken & Wellen

Lockentyp bestimmen: von 2a bis 4c — und die passende Pflege

Welle, Locke oder Coil? So bestimmst du deinen Lockentyp in drei Schritten — mit Tabelle von 2a bis 4c und der Pflege, die zu jedem Typ passt.
Fachlich geprüft von Galip Stylist · · 7 Min. Lesezeit
Person mit dichten dunklen Locken, die das Gesicht teilweise verdecken

Der Lockentyp beschreibt, wie stark sich dein Haar von Natur aus dreht — von der leichten Welle bis zur engen Spirale. Die gebräuchliche Einteilung geht von 2a bis 4c: Die Zahl steht für die Form (2 = Welle, 3 = Locke, 4 = Coil), der Buchstabe für die Enge (a = weit, c = eng). Sie ist kein Gesetz, sondern eine Orientierung — aber eine nützliche, weil sich daran ablesen lässt, wie viel Feuchtigkeit dein Haar braucht und wie schwer ein Produkt sein darf. So findest du deinen Typ in drei Schritten.

Kurz gesagt

  • Bestimmt wird immer am frisch gewaschenen, lufttrockenen Haar ohne Produkt — alles andere verfälscht das Bild.
  • 2 = Welle, 3 = Locke, 4 = Coil. a, b, c beschreiben, wie eng die Drehung ist.
  • Die meisten Menschen haben zwei bis drei Typen gleichzeitig am Kopf. Der häufigste bestimmt die Routine.
  • Wichtiger als der Typ ist die Porosität: Sie entscheidet, ob dein Haar Feuchtigkeit hält oder sofort wieder abgibt.
  • Faustregel: je enger die Locke, desto mehr Feuchtigkeit und desto weniger Alkohol im Produkt.

In drei Schritten zum eigenen Typ

  1. Waschen und nichts hineingeben. Kein Conditioner-Rest, keine Creme, kein Gel. Nur Shampoo, ausspülen, vorsichtig ausdrücken.
  2. Lufttrocknen lassen, ohne anzufassen. Jedes Berühren im feuchten Zustand löst die Form auf. Kein Föhn, kein Handtuchrubbeln.
  3. Eine einzelne Strähne ansehen. Nicht das Gesamtbild, sondern eine Strähne im Nacken und eine am Oberkopf — dort ist die Struktur meist unterschiedlich.

Dann vergleichst du mit der Tabelle unten. Wenn du zwischen zwei Typen liegst, nimm den engeren als Grundlage für die Pflege: Zu viel Feuchtigkeit lässt sich leichter ausgleichen als zu wenig.

Die Lockentyp-Tabelle

Typ So sieht es aus Was es braucht
2a Sehr leichte S-Welle, fällt schnell aus Leichtes Spray oder Mousse, nichts Cremiges
2b Deutliche S-Form ab Ohrhöhe, leichter Frizz Leichte Creme oder Gel in kleiner Menge
2c Wellen mit einzelnen echten Locken, neigt zu Frizz Gel für Definition, Creme für die Längen
3a Lockere Locken, etwa so breit wie ein Zeigefinger Lockencreme plus leichtes Gel
3b Federnde Locken in Stiftstärke, viel Volumen Reichhaltigere Creme, Leave-in, Gel darüber
3c Enge Korkenzieher, dicht am Kopf Viel Feuchtigkeit, Schichten statt einem Produkt
4a–4c Coils und Zickzack-Muster, sehr dicht Öl und Creme in Kombination, sanftes Entwirren
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Menge nach Typ: bei 2b etwa eine Haselnuss, bei 3b eine Walnüsse — immer auf klatschnasses Haar, nie auf angetrocknetes.

Warum Porosität oft wichtiger ist als der Typ

Zwei Menschen mit demselben 3b-Haar können völlig unterschiedliche Produkte brauchen — weil ihre Schuppenschicht unterschiedlich dicht anliegt. Das nennt man Porosität, und du testest sie so: Leg ein sauberes Haar in ein Glas Wasser. Sinkt es innerhalb einer Minute, ist es porös und nimmt Feuchtigkeit schnell auf, verliert sie aber genauso schnell. Schwimmt es oben, ist es wenig porös und braucht eher leichte Produkte und Wärme, damit überhaupt etwas eindringt.

Poröses Haar — typisch nach Blondierung oder viel Hitze — profitiert von einer Schicht Creme plus Gel darüber, die die Feuchtigkeit einschließt. Wenig poröses Haar wird von genau derselben Kombination schnell beschwert und klebrig.

Die Routine, die für fast jeden Typ funktioniert

  1. Entwirren im nassen Zustand mit Conditioner im Haar — nie trocken durchkämmen, das zerstört das Lockenmuster und erzeugt Bruch.
  2. Produkt auf klatschnasses Haar: Leave-in oder Creme mit den Handflächen von unten in die Längen drücken, nicht streichen.
  3. Gel darüber, wenn du Definition willst: Es bildet eine Schicht, die beim Trocknen härtet und die Form hält.
  4. Scrunchen: Haar von den Spitzen Richtung Kopfhaut zusammendrücken, damit sich die Locke formt.
  5. Trocknen ohne Bewegung: Lufttrocknen oder Diffusor auf niedriger Stufe. Jedes Anfassen zwischendurch bedeutet Frizz.
  6. Cast aufbrechen: Wenn das Haar komplett trocken ist, die harte Gelschicht mit den Händen weich kneten. Erst dann, nie vorher.
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Gel kommt immer als letzte Schicht über Creme oder Leave-in — umgekehrt löst die Creme den Halt wieder auf.

Die häufigsten Fehler

Auf handtuchtrockenes Haar auftragen

Locken brauchen Wasser als Träger. Auf angetrocknetem Haar verteilt sich das Produkt ungleichmäßig und die Locke fällt auseinander.

Zu wenig Produkt aus Angst vor Beschwerung

Gerade bei 3b und dichter wird zu sparsam dosiert. Besser: großzügig auftragen und dafür die Kopfhaut aussparen.

Den Cast zu früh aufbrechen

Solange das Haar noch feucht ist, fällt die Form beim Kneten zusammen. Wirklich warten, bis nichts mehr kühl ist.

Jede Woche ein neues Produkt

Locken brauchen zwei bis drei Wäschen, bis sich eine Routine zeigt. Wer ständig wechselt, sieht nie, was tatsächlich funktioniert.

Unsere Empfehlungen aus dem Salon

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Am Morgen danach: nur die platt gelegenen Partien anfeuchten, dann kurz scrunchen — nicht das ganze Haar durchnässen.

Wenn du zwischen zwei Typen liegst

Das ist eher die Regel als die Ausnahme. Der Oberkopf ist häufig eine Stufe glatter als der Nacken, weil das Haar dort mehr Gewicht trägt und stärker beansprucht wird. Praktisch heißt das: Trag das reichhaltigere Produkt dort auf, wo die Locke enger ist, und arbeite am Oberkopf mit weniger Menge. Wenn eine ganze Partie deutlich glatter geworden ist als früher, lohnt ein Blick auf Hitze und mechanische Belastung — wie du das erkennst, steht in unserem Ratgeber zu Haarbruch. Die gesamte Auswahl für Locken findest du in der Kollektion Locken & Wellen.

Häufige Fragen

Kann sich mein Lockentyp ändern?

Die Grundform ist genetisch angelegt, aber sichtbar verändern kann sie sich trotzdem — durch Hormone, durch chemische Behandlungen und durch Haarbruch, der die Locke unten abschneidet.

Ich dachte immer, ich habe glattes Haar — kann das sein?

Ja, das hören wir oft. Wer jahrelang föhnt, glättet und bürstet, sieht die eigene Welle nie. Nach zwei bis drei Wäschen ohne Hitze und ohne Bürste zeigt sich meist eine 2a oder 2b.

Wie lange dauert es, bis sich Locken zeigen?

Rechne mit zwei bis vier Wochen ohne Hitze, bis sich das Muster stabilisiert. Vorgeschädigte Längen locken oft gar nicht mehr — dort hilft nur Nachwachsen.

Brauche ich wirklich Creme und Gel?

Ab 2c meistens ja. Die Creme bringt Feuchtigkeit, das Gel hält die Form. Bei 2a und 2b reicht oft ein leichtes Produkt allein.

Warum ist mein Haar nach dem Trocknen hart?

Das ist der Gel-Cast und völlig normal. Er wird weich, sobald du ihn im komplett trockenen Zustand mit den Händen aufbrichst.

Darf ich Locken bürsten?

Nur nass und mit Pflegeprodukt im Haar. Trockenes Bürsten löst das Muster auf und erzeugt Frizz.

Aus dem Salon

In der Neubaugasse 9 in 1070 Wien bestimmen wir den Lockentyp immer am trockenen, ungestylten Haar — und zwar an mehreren Stellen. Bring dein Haar also ruhig so mit, wie es nach dem Lufttrocknen aussieht, nicht frisch geföhnt. Der Schnitt macht bei Locken oft mehr aus als jedes Produkt: Zu viel Stufung nimmt Gewicht und lässt die Form ausfransen. Pflege dazu findest du in der Kollektion Locken & Wellen.

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Vom Profi im Salon empfohlen – zu Hause nachkaufen.

Alles, was du hier liest, setzen wir täglich im Salon in der Neubaugasse ein. Unsicher, was zu deinem Haar passt? Komm vorbei oder buch einen Termin – wir schauen es uns gemeinsam an.

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