Anleitung
Leave-in, Öl, Hitzeschutz, Schaum: die richtige Reihenfolge | 2026
Du hast alles zu Hause: das Leave-in, das Öl, den Hitzeschutz, den Schaumfestiger. Trotzdem sieht das Haar nach dem Föhnen beschwert aus, oder der Ansatz fällt schon mittags zusammen. In neun von zehn Fällen liegt es nicht an den Produkten, sondern an der Reihenfolge.
Diese Frage hören wir im Salon fast täglich: „Was kommt zuerst, das Öl oder der Hitzeschutz?" Hier ist die Antwort, mit allen Schritten, Mengen und Zonen.
Die kurze Antwort
Ins handtuchtrockene Haar in dieser Reihenfolge:
- Leave-in (Pflege, entwirrt)
- Hitzeschutz
- Volumen- oder Styling-Produkt am Ansatz
- föhnen
- Öl oder Serum ins trockene Haar, ganz zum Schluss
Das Öl kommt also fast immer zuletzt – und nicht vor dem Hitzeschutz. Warum, steht gleich.
Die drei Regeln dahinter
Wenn du dir die Reihenfolge nicht merken willst, merk dir diese drei Sätze. Damit kannst du jedes Produkt einordnen, auch eines, das du neu kaufst.
1. Dünnflüssig vor dickflüssig. Ein Spray zieht ins Haar ein, eine Creme legt sich darauf, ein Öl versiegelt. Wenn du mit dem Öl anfängst, kommt alles danach nicht mehr durch.
2. Feucht vor trocken. Pflegeprodukte verteilen sich im nassen Haar gleichmäßig und mit weniger Produkt. Finishprodukte wollen trockenes Haar, sonst kleben sie.
3. Schutz vor Hitze. Was vor Hitze schützen soll, muss vor dem Föhn drauf sein – nicht danach. Klingt banal, wird trotzdem ständig vertauscht.
Schritt 1: Leave-in ins handtuchtrockene Haar
Nach dem Waschen das Haar gut ausdrücken – nicht rubbeln, sondern zusammendrücken. Es soll feucht sein, nicht tropfnass. Ein triefendes Haar verdünnt jedes Produkt.
Dann zwei bis drei Sprühstöße Kevin Murphy Staying Alive in die Längen, ab Ohrhöhe abwärts. Nie in den Ansatz, der braucht keine Pflege und wird davon nur schwer. Danach mit einem grobzinkigen Kamm oder den Fingern durchkämmen – das ist der Moment, in dem sich Knoten lösen lassen, ohne dass etwas abreißt.
Bei sehr trockenen Längen kann es auch ein cremiges Leave-in sein. Welche Produkte dabei zu welchem Haar passen, haben wir in unserem Leave-in-Vergleich gegenübergestellt.

Schritt 2: Hitzeschutz, bevor der Föhn läuft
Jetzt kommt der Hitzeschutz – ebenfalls ins feuchte Haar, gleichmäßig über Längen und Spitzen. Wir arbeiten dabei gern mit K18 HeatBounce, weil es gleichzeitig pflegt und das Haar nicht steif macht.
Zwei Dinge, die hier fast alle falsch machen:
- Zu wenig und zu punktuell. Sechs bis acht Sprühstöße bei schulterlangem Haar, auf allen Seiten, nicht nur vorne, wo du es im Spiegel siehst.
- Nicht verteilt. Nach dem Sprühen einmal durchkämmen. Ungekämmter Hitzeschutz schützt genau die Strähne, die er getroffen hat.
Warum Hitzeschutz unverzichtbar ist und wie lange er wirkt, steht im ausführlichen Beitrag zum Hitzeschutzspray.

Schritt 3: Volumen und Halt an den Ansatz
Alles, was Halt oder Volumen bringt, gehört dorthin, wo du es brauchst – und das ist bei den meisten der Ansatz, nicht die Länge.
Eine Portion in Größe eines Tennisballs Kevin Murphy Body Builder in die Hand, in den feuchten Ansatz einmassieren, dann über Kopf anföhnen. Wer feines Haar hat, bleibt bei einer Portion – doppelt so viel gibt nicht doppelt so viel Volumen, sondern klebt.
Für richtig flache Ansätze arbeiten wir zusätzlich mit Color Wow Raise the Root: Strähnen abteilen, direkt an die Wurzel sprühen, beim Föhnen nach oben ziehen.
Schritt 4: Föhnen – und erst jetzt das Öl
Hier ist der Punkt, an dem die Reihenfolge wirklich entscheidet, wie das Ergebnis aussieht.
Haaröl vor dem Föhnen aufgetragen wirkt wie eine dünne Schicht, die die Hitze hält statt sie abzuleiten – und das Haar wirkt danach eher speckig als glänzend. Nach dem Föhnen aufgetragen legt sich dasselbe Öl auf die bereits geschlossene Oberfläche und macht genau das, wofür du es gekauft hast: Glanz und ruhige Spitzen.
Also: föhnen, kurz abkühlen lassen, dann eine erbsengroße Menge Moroccanoil Treatment in den Handflächen verreiben und nur über Längen und Spitzen geben. Bei feinem Haar reicht die Hälfte, oder du nimmst gleich das Moroccanoil Treatment Light.
Die Ausnahme bestätigt die Regel: Wenn du sehr dickes, sehr trockenes Haar hast, kann eine winzige Menge Öl schon ins feuchte Haar – dann aber zusätzlich zum Hitzeschutz, nicht statt ihm. Mehr dazu in unserem Beitrag Haaröl richtig anwenden.
Schritt 5: Finish
Zum Schluss, nur wenn nötig: Haarspray aus etwa 30 Zentimetern Abstand, zum Beispiel amika fluxus touchable hairspray, das beweglich bleibt. Oder ein Texturspray in den Ansatz, wenn der Look griffiger sein soll.
Die häufigsten Fehler in der Reihenfolge
- Öl vor dem Hitzeschutz. Das Ergebnis: schwer, glänzt falsch, Hitzeschutz kommt nicht mehr durch.
- Leave-in ins trockene Haar. Es verteilt sich nicht und bleibt fleckig auf einzelnen Strähnen liegen.
- Styling in die Längen statt in den Ansatz. Klassiker bei Volumenprodukten – das Volumen entsteht an der Wurzel, nicht in der Mitte.
- Alles auf einmal in die Hand. Jede Schicht einzeln, kurz verteilen, dann die nächste.
- Zu viel Produkt bei feinem Haar. Lieber mit der kleineren Menge starten und nachlegen.
Die Reihenfolge als Merksatz
Pflege, Schutz, Halt, Hitze, Glanz. Wenn du dir diese fünf Wörter in der Reihenfolge merkst, kannst du jedes neue Produkt selbst einordnen – egal welche Marke auf der Flasche steht.
Die Produkte aus diesem Ablauf findest du gesammelt in unseren Kollektionen Kevin Murphy, K18 und Moroccanoil.
FAQ
Was kommt zuerst, Haaröl oder Hitzeschutz?
Der Hitzeschutz. Er gehört ins feuchte Haar vor den Föhn, das Öl erst danach ins trockene Haar. Umgekehrt wirkt das Öl wie eine Schicht, die die Hitze hält, und das Haar sieht speckig aus statt glänzend.
Kann ich Leave-in und Hitzeschutz in einem Produkt haben?
Ja, das spart einen Schritt. K18 HeatBounce pflegt und schützt gleichzeitig, der Moroccanoil All In One Leave-in entwirrt und glättet in einem Durchgang. Für feines Haar sind solche Kombiprodukte oft sogar die bessere Wahl, weil weniger Schichten weniger beschweren.
Wie viele Produkte sind zu viel?
Drei vor dem Föhnen reichen für fast jedes Haar: Pflege, Schutz, Halt. Alles darüber hinaus addiert sich zu Gewicht. Wenn dein Haar nach dem Styling schneller nachfettet als früher, ist das meist das Zeichen, eine Schicht wegzulassen.
Muss Schaumfestiger ins nasse oder ins trockene Haar?
Ins feuchte. Kevin Murphy Body Builder entfaltet seinen Halt erst beim Föhnen, wenn das Wasser verdunstet. Eine tennisballgroße Portion in den Ansatz einmassieren, dann über Kopf trocknen.
Gilt dieselbe Reihenfolge für Locken?
Im Prinzip ja, nur bleibt bei Locken alles im klatschnassen Haar und du verteilst mit den Händen statt mit dem Kamm. Wie du die Definition behältst, steht in unserem Beitrag Locken richtig trocknen.
Brauche ich überhaupt Hitzeschutz, wenn ich nur lufttrockne?
Ohne Föhn und ohne Glätteisen nicht. Sobald aber irgendwann das Glätteisen dazukommt, gehört er auf jeden Fall drauf – auch wenn du nur den Pony nachziehst.
Wie viel Haaröl ist die richtige Menge?
Erbsengroß bei schulterlangem Haar, bei feinem Haar die Hälfte. Nimm lieber das leichtere Moroccanoil Treatment Light und leg bei Bedarf nach, als mit zu viel vom klassischen zu starten – herausbekommen kannst du es nur mit einer neuen Wäsche.
Kann ich die Reihenfolge am nächsten Tag wiederholen?
Nicht komplett. Am zweiten Tag brauchst du weder Leave-in noch Schaum, nur Hitzeschutz, falls du nachstylst, und eventuell etwas Öl in den Spitzen. Alles andere liegt noch vom Vortag im Haar.
Unsicher, was zu deinem Haar passt?
Wenn du nicht weißt, ob dein Haar eher Pflege oder eher Halt braucht, bring deine Produkte beim nächsten Termin in die Neubaugasse 9 mit – wir gehen sie gemeinsam durch. Termin vereinbaren.
Oder starte mit dem Dreier-Set aus diesem Beitrag: Staying Alive, K18 HeatBounce und Moroccanoil Treatment.
Titelbild: KI-generiert für HauptSache. Produktfotos: Herstellerbilder aus unserem Shop.


