Ansatz

Haare selber färben: die 7 Fehler, die wir im Salon ausbügeln | 2026

Selber färben geht – wenn du weißt, wo die Fallen liegen. Die sieben Fehler, die bei uns in Wien am häufigsten auf dem Stuhl landen, und die Pflege, die deine Farbe hält.
Fachlich geprüft von Yana Stylistin · · 7 Min. Lesezeit
Illustration: Frau mit frisch gefärbtem dunkelrotem Haar, Färbeschale und Pinsel am Waschtisch

Freitagabend, die Packung ist schon gekauft, der Ansatz nervt seit zwei Wochen. Wir verstehen das – und wir sagen auch niemandem, dass selber färben grundsätzlich eine schlechte Idee ist. Es geht gut, öfter als man denkt. Nur sehen wir im Salon eben die Fälle, bei denen es nicht gut gegangen ist, und das sind fast immer dieselben sieben Fehler.

Die gute Nachricht: Sechs davon kosten dich keinen Cent extra, sondern nur zehn Minuten mehr Zeit. Der siebte kostet ein Shampoo – und spart dir beim nächsten Mal den Korrekturtermin.

Fehler 1: Der Ansatz kommt als Letztes dran

Der häufigste Grund für einen dunklen Streifen am Scheitel und helle Längen ist die Reihenfolge. Am Ansatz ist das Haar warm von der Kopfhaut, dort entwickelt sich die Farbe schneller und zieht stärker. Wenn du überall gleichzeitig beginnst, ist der Ansatz fertig, während die Längen noch arbeiten – oder umgekehrt.

So machen wir es: zuerst nur den nachgewachsenen Ansatz, Partie für Partie. Die letzten zehn bis fünfzehn Minuten der Einwirkzeit die Farbe mit etwas Wasser im Haar aufemulgieren und durch die Längen ziehen. So bekommen beide Bereiche die Zeit, die sie brauchen.

Fehler 2: In vier Partien statt in zwölf

Zwei Scheitel, vier Viertel, fertig – so arbeiten die meisten zu Hause. Das Ergebnis sind Stellen, an denen gar keine Farbe sitzt, meistens an den Schläfen und im Nacken. Teil das Haar stattdessen in schmale, fingerbreite Streifen ab und arbeite dich Streifen für Streifen vor. Das dauert zehn Minuten länger und ist der Unterschied zwischen gleichmäßig und fleckig.

Fehler 3: Der Hinterkopf im Blindflug

Was du nicht siehst, färbst du nicht. Stell dir einen zweiten Spiegel so auf, dass du den Hinterkopf im Badezimmerspiegel kontrollieren kannst – ein Handspiegel reicht. Und arbeite dort von unten nach oben, nicht umgekehrt; der Nacken wird sonst regelmäßig vergessen.

Fehler 4: Frisch gewaschenes Haar

Viele waschen direkt vor dem Färben, weil es sich sauberer anfühlt. Besser ist ein bis zwei Tage ungewaschenes Haar: Der natürliche Fettfilm auf der Kopfhaut ist ein guter Puffer, und die Farbe zieht dadurch nicht schlechter. Ausnahme: Wenn dickes Trockenshampoo oder Stylingrückstände im Haar sind, wasch einmal gründlich – aber am Vortag, nicht eine Stunde vorher.

Fehler 5: Keine Kur davor

Färben belastet die Haarstruktur, besonders in den Längen, die schon mehrfach gefärbt sind. Eine Bond-Kur vor dem Farbtermin ist der Schritt, der zu Hause am häufigsten fehlt.

Konkret: Olaplex No.3 Hair Perfector am Tag vor dem Färben ins handtuchtrockene Haar, zehn Minuten einwirken lassen, dann waschen. Danach kannst du am nächsten Tag ganz normal färben. Bei stark strapazierten Längen nimm das stärkere Olaplex No.3PLUS.

Fehler 6: Zu früh und zu heiß waschen

Nach dem Auswaschen der Farbe braucht die Schuppenschicht Zeit, sich wieder zu schließen. Wer am nächsten Morgen heiß duscht, spült einen Teil der frischen Farbpigmente gleich mit weg. Warte zwei bis drei Tage bis zur nächsten Wäsche und nimm dann lauwarmes Wasser. Das ganze Thema haben wir in Wie lange nach dem Färben warten mit dem Haarewaschen? aufgeschrieben.

Fehler 7: Danach weiterwaschen wie vorher

Das ist der teuerste Fehler, weil er nicht am Färbetag passiert, sondern in den vier Wochen danach. Ein normales Shampoo wäscht dir die Farbe in zwei bis drei Wochen blass. Ein Farbschutz-Shampoo ist milder abgestimmt und hält die Pigmente länger im Haar – der Unterschied ist nach einem Monat deutlich sichtbar.

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Farbschutz-Shampoo ist der eine Kauf, der eine Heimcolorierung wirklich länger frisch hält.

Die Routine, die wir nach jeder Farbe empfehlen

Waschen: evo Atonement Colour Protect Shampoo. Eine haselnussgroße Menge, zweimal aufschäumen, lauwarm ausspülen. Wer es etwas reichhaltiger mag, nimmt das Maria Nila Luminous Colour Shampoo – beide sind sulfatfrei und auf coloriertes Haar abgestimmt.

Pflegen: evo Atonement Colour Protect Conditioner oder der Maria Nila Luminous Colour Conditioner, nur in die Längen, ein bis zwei Minuten einwirken lassen.

Schützen: evo Hue Dini Colour Protect Leave-In ins handtuchtrockene Haar, nicht ausspülen. Das ist die Schicht, die vor Hitze und Reibung schützt – und damit vor dem Ausbleichen.

Alles, was es bei uns für coloriertes Haar gibt, findest du gesammelt unter Farbschutz & coloriertes Haar. Welches Shampoo in welchem Fall vorne liegt, haben wir in Bestes Shampoo für gefärbtes Haar verglichen.

Wenn die Farbe trotzdem nicht passt

Zu warm oder rotstichig geworden? Ein pigmentierter Conditioner kann den Ton korrigieren, ohne dass du nochmal färbst. Der Kevin Murphy Everlasting Colour Rinse frischt die Farbe bei jeder Wäsche auf, und mit den Tönungen aus Maria Nila Colour Refresh schiebst du den Ton gezielt in die kühlere oder wärmere Richtung. Wie das praktisch geht, steht in Haarfarbe zu Hause auffrischen.

Blond mit Gelbstich? Dann ist ein Silbershampoo wie das Olaplex No.4P Blonde Enhancer der richtige Griff – aber bitte nicht bei jeder Wäsche. Die Dosierung erklären wir in Silbershampoo richtig anwenden, und wenn es ins Orange gekippt ist, hilft Orange oder gelbe Haare nach der Blondierung weiter.

Fleckig oder deutlich zu dunkel? Das ist der Punkt, an dem wir ehrlich sind: Hier wird Nachbessern in Eigenregie meistens teurer als ein Termin. Komm damit lieber zu uns, bevor du eine zweite Farbe darüber legst – Salon Neubaugasse 9, 1070 Wien.

Und wenn du gerade herauswachsen lässt

Manchmal ist die beste Entscheidung, gar nicht zu färben. Wenn du ohnehin zur Naturfarbe zurück willst, ist ein Ansatz, der sich weich verläuft, angenehmer als alle vier Wochen eine Kante nachzuziehen. Den Plan dafür haben wir in Ansatz rauswachsen lassen beschrieben.

FAQ

Haare selber färben oder lieber zum Friseur?

Ansatz nachfärben im gleichen Ton geht zu Hause gut. Sobald es um mehr als zwei Nuancen Unterschied geht, um Aufhellen, um Strähnen oder um eine Korrektur, wird es im Salon günstiger – weil Nachbessern fast immer aufwendiger ist als es gleich richtig zu machen.

Soll ich die Haare vor dem Färben waschen?

Am besten ein bis zwei Tage vorher, nicht am selben Tag. Der natürliche Fettfilm auf der Kopfhaut ist ein guter Puffer. Nur wenn viel Trockenshampoo oder Styling im Haar sitzt, wäschst du am Vortag gründlich durch.

Wo fange ich beim Auftragen an?

Immer am nachgewachsenen Ansatz, in fingerbreiten Partien. Die Längen kommen erst in den letzten zehn bis fünfzehn Minuten dran. Am Ansatz entwickelt sich die Farbe durch die Kopfwärme schneller – deshalb braucht er weniger Zeit, nicht mehr.

Wie bekomme ich den Hinterkopf gleichmäßig hin?

Mit einem Handspiegel, den du gegen den Badezimmerspiegel hältst, und indem du im Nacken beginnst und dich nach oben arbeitest. Der Nacken ist die Stelle, die am häufigsten blass bleibt, weil sie zuletzt drankommt und dann die Zeit fehlt.

Welches Shampoo soll ich nach dem Färben nehmen?

Ein Farbschutz-Shampoo, zum Beispiel das evo Atonement Colour Protect Shampoo oder das Maria Nila Luminous Colour Shampoo. Beide sind sulfatfrei und milder abgestimmt als ein normales Shampoo, damit die frischen Pigmente nicht gleich wieder mitgehen.

Hilft eine Kur vor dem Färben wirklich?

Ja, und sie ist der Schritt, der zu Hause am häufigsten fehlt. Olaplex No.3 am Vortag, zehn Minuten in die Längen, dann waschen. Besonders dort, wo schon mehrfach gefärbt wurde, fühlt sich das Haar danach spürbar weniger strohig an.

Meine Farbe ist rotstichig geworden – was jetzt?

Bevor du nochmal färbst, probier eine pigmentierte Pflege. Mit Maria Nila Colour Refresh schiebst du den Ton Wäsche für Wäsche in die kühlere Richtung, und der Kevin Murphy Everlasting Colour Rinse hält die Farbe dabei satt. Das ist deutlich schonender als eine zweite Coloration.

Wie oft darf ich nachfärben?

Alle vier bis sechs Wochen den Ansatz reicht in den meisten Fällen. Die Längen jedes Mal mitzufärben ist der Grund, warum sie mit der Zeit stumpf und porös wirken – dafür sind pigmentierte Pflegeprodukte die schonendere Antwort.

Kurz gesagt

Selber färben scheitert selten an der Farbe und fast immer an der Technik: zu grobe Partien, falsche Reihenfolge, keine Vorbereitung – und danach weiterwaschen wie vorher. Wenn du nur eine Sache änderst, dann die letzte: Ein Farbschutz-Shampoo hält deine Farbe spürbar länger satt als alles, was du am Färbetag anders machen könntest.

Die komplette Auswahl für coloriertes Haar findest du unter Farbschutz & coloriertes Haar. Und wenn du beim nächsten Mal lieber auf Nummer sicher gehst: Termin im Salon, Neubaugasse 9, 1070 Wien.

Titelbild: KI-generiert für HauptSache. Produktbild: Herstellerpackshot.

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