Haarpflege
Haarporosität bestimmen: der Wassertest und die passende Pflege | 2026
Du trägst eine Maske auf, lässt sie zehn Minuten einwirken – und am nächsten Tag fühlt sich dein Haar an wie vorher. Oder umgekehrt: zwei Tropfen Öl, und die Längen hängen schwer und strähnig herunter. In beiden Fällen sind selten die Produkte schuld. Meistens passt die Porosität nicht zur Pflege. Porosität beschreibt, wie leicht dein Haar Feuchtigkeit aufnimmt und wie schnell es sie wieder verliert. Du findest sie mit einem Glas Wasser und fünf Minuten heraus. Und wenn du bis dahin nichts falsch machen willst: Der Moroccanoil All In One Leave-in Conditioner ist das eine Produkt, das wir im Salon bei jeder Porosität guten Gewissens empfehlen – leicht genug für dichtes, glattes Haar, feucht genug für aufgeraute Längen.
Was Porosität überhaupt beschreibt
Jedes Haar ist außen von einer Schuppenschicht umgeben, die wie Dachziegel übereinanderliegt. Liegen diese Schuppen eng an, kommt Wasser schwer hinein – aber auch schwer wieder heraus. Stehen sie ab, saugt das Haar alles sofort auf und gibt es genauso schnell wieder ab. Das Erste nennen wir niedrige Porosität, das Zweite hohe.
Ein Teil davon ist Veranlagung. Der größere Teil ist Geschichte: Blondierungen, Glätteisen bei 220 Grad, Jahre mit Gummiringerln, Reibung an Wollschals. Deshalb hat dieselbe Person oft einen Ansatz mit niedriger und Spitzen mit hoher Porosität – und wundert sich, warum ein einziges Produkt nie für die ganze Länge passt.
Der Wassertest: so machst du ihn richtig
Der Test kostet nichts und dauert fünf Minuten. Wichtig ist nur, dass das Haar produktfrei ist – sonst misst du den Film auf dem Haar, nicht das Haar.
- Wasch dein Haar ganz normal und lass es ohne Leave-in und ohne Öl trocknen.
- Nimm ein einzelnes ausgefallenes Haar aus der Bürste – kein abgeschnittenes, kein gezupftes.
- Füll ein Glas mit lauwarmem Wasser und leg das Haar vorsichtig auf die Oberfläche.
- Warte zwei bis vier Minuten, ohne das Glas zu bewegen.
- Lies ab: Schwimmt das Haar weiter oben, hast du niedrige Porosität. Schwebt es in der Mitte, mittlere. Sinkt es zu Boden, hohe.
Gegenprobe mit den Fingern: Nimm eine Strähne und streich mit Daumen und Zeigefinger von den Spitzen Richtung Ansatz. Fühlt es sich dabei rau und holprig an, stehen die Schuppen ab – hohe Porosität. Gleitet es glatt durch, liegen sie an.

Niedrige Porosität: die Pflege bleibt obenauf
Du erkennst sie daran, dass dein Haar unter der Dusche ewig braucht, bis es richtig nass ist. Das Föhnen dauert lang. Produkte liegen als Film obenauf, statt einzuziehen, und nach zwei Tagen wirkt alles beschwert. Typisch für kräftiges, unbehandeltes oder nur leicht getöntes Haar.
Was hilft: leichte Texturen und Wärme. Starte mit einer Wäsche, die nicht noch zusätzlich beschwert – bei feinem Haar ist das Kevin Murphy PLUMPING.WASH, das sanft reinigt und den Ansatz nicht platt macht. Bei der Maske arbeitest du mit Wärme: Moroccanoil Lightweight Moisturizing Mask auf die ausgedrückten Längen, dann ein warmes Handtuch darüber und fünf bis sieben Minuten liegen lassen. Die Wärme hebt die Schuppenschicht leicht an, und erst dann kommt die Pflege überhaupt hinein.
Beim Öl gilt: weniger und leichter. Moroccanoil Treatment Light ist die Variante für genau diesen Fall – eine halbe erbsengroße Menge in die handtuchtrockenen Längen, nie in den Ansatz. Schwere Buttern und dicke Cremes sind bei niedriger Porosität der schnellste Weg zu strähnigem Haar.
Hohe Porosität: alles rein, alles wieder raus
Hier ist es umgekehrt. Das Haar ist in Sekunden durchnässt, trocknet auffällig schnell, fühlt sich trocken und rau an, kräuselt sich bei Feuchtigkeit und verknotet sich an den Spitzen. Fast immer steckt Blondierung, Dauerhitze oder einfach Länge dahinter.
Was hilft: erst füllen, dann versiegeln. Der Füllschritt ist ein Bond- beziehungsweise Peptidprodukt. Wir arbeiten dafür täglich mit der K18 Leave-In Molecular Repair Hair Mask: nach dem Waschen das Haar gut ausdrücken, eine erbsengroße Menge auf mittellanges Haar verteilen, vier Minuten warten – und nicht ausspülen. Danach erst stylen.
Der zweite Schritt ist das Versiegeln, damit die Feuchtigkeit nicht sofort wieder verschwindet. Dafür ein Öl mit etwas Substanz: Moroccanoil Treatment in der klassischen Variante oder, wenn das Haar chemisch stark beansprucht ist, das Olaplex No.7 Bonding Oil. Bei der Wäsche lohnt es sich, auf ein Shampoo umzusteigen, das die Spannung hält – etwa Olaplex No.4 Bond Maintenance Shampoo oder K18 Damage Shield pH Protective Shampoo.

Mittlere Porosität: der angenehme Normalfall
Das Haar wird zügig nass, nimmt Pflege an, hält sie ein paar Tage und lässt sich problemlos stylen. Hier musst du nichts reparieren, sondern nur halten: ein Shampoo und ein Conditioner, die zueinander passen, einmal pro Woche eine Maske und ein Leave-in vor dem Föhnen. Eine Übersicht, was dabei zueinander passt, findest du in unserer Auswahl an Leave-in Conditionern.
Welche Routine zu welcher Porosität passt
| Porosität | Das Problem | Unser Fahrplan |
|---|---|---|
| Niedrig | Pflege zieht nicht ein, Haar wirkt beschwert | Leichte Wäsche, Maske mit Wärme, leichtes Öl in sehr kleiner Menge |
| Mittel | Eigentlich keines – nur halten | Abgestimmtes Duo, Maske wöchentlich, Leave-in vor Hitze |
| Hoch | Alles zieht ein und ist am nächsten Tag weg | Peptid- oder Bondschritt, danach Öl zum Versiegeln, pH-schonendes Shampoo |

Die Fehler, die wir am häufigsten ausbügeln
- Den Test auf gestyltem Haar machen. Ein Haar mit Ölresten schwimmt immer oben – das Ergebnis ist dann wertlos.
- Ansatz und Spitzen gleich behandeln. Bei langem Haar hat der Ansatz oft niedrige, die Spitze hohe Porosität. Shampoo gehört auf die Kopfhaut, Maske und Öl nur in die Längen.
- Bei hoher Porosität nur Feuchtigkeit geben. Ohne Peptid- oder Bondschritt ist die Feuchtigkeit nach zwei Wäschen wieder draußen.
- Bei niedriger Porosität die Menge verdoppeln, weil nichts passiert. Mehr Produkt zieht nicht besser ein – Wärme und weniger Produkt schon.
- Nach einer Blondierung dieselbe Routine weiterführen. Die Porosität ändert sich mit jeder chemischen Behandlung. Teste nach vier Wochen neu.
FAQ
Welche Haarporosität habe ich, wenn mein Haar sehr schnell trocknet?
Schnelles Trocknen spricht für hohe Porosität: Das Haar nimmt Wasser rasch auf und gibt es genauso rasch wieder ab. Mach zur Sicherheit trotzdem den Wassertest, denn auch sehr feines Haar trocknet von Natur aus zügig, ohne porös zu sein.
Kann sich die Porosität im Lauf der Zeit ändern?
Ja, und zwar deutlich. Jede Blondierung, jede Dauerwelle und monatelange Hitze ohne Schutz heben die Schuppenschicht an. Wer die Haare wachsen lässt, hat außerdem automatisch ältere, porösere Spitzen. Teste nach jeder größeren Farbveränderung neu.
Welches Öl passt bei hoher Porosität?
Eines mit etwas Substanz, das die Längen tatsächlich abschließt. Das klassische Moroccanoil Treatment ist dafür unser Standard am Waschbecken. Bei stark blondiertem Haar nehmen wir stattdessen das Olaplex No.7 Bonding Oil, weil es leichter aufträgt und sich gut unter dem Föhn verteilt.
Und welche Produkte sind bei niedriger Porosität besser?
Alles, was dünnflüssig ist und sich leicht verteilen lässt. Moroccanoil Treatment Light statt der klassischen Variante, die Lightweight Moisturizing Mask statt einer schweren Kur – und bei beidem lieber die halbe Menge als die doppelte.
Ist der Wassertest zuverlässig?
Als grobe Einordnung ja, als Messung nein. Er funktioniert nur mit frisch gewaschenem, produktfreiem Haar und ruhigem Wasser. Deshalb kombinieren wir ihn immer mit dem Fingertest an der Strähne – wenn beide dasselbe sagen, kannst du dich darauf verlassen.
Brauche ich bei hoher Porosität Protein oder Feuchtigkeit?
In der Regel beides, aber in dieser Reihenfolge. Zuerst der Peptidschritt mit der K18 Leave-In Molecular Repair Hair Mask, danach Feuchtigkeit und ein Öl zum Versiegeln. Nur Feuchtigkeit ohne Struktur hält bei porösem Haar meist keine zwei Wäschen.
Kann ich die Porosität im Salon bestimmen lassen?
Ja, das machen wir bei jeder Beratung nebenbei – am nassen Haar merkt man es beim Durchkämmen sofort. Komm einfach in der Neubaugasse 9 vorbei oder vereinbare vorher einen Termin, dann gehen wir deine Routine gleich Schritt für Schritt durch.
Wenn du nur eine Sache mitnimmst
Teste einmal, kauf danach gezielt. Bei hoher Porosität ist die K18 Leave-In Mask der Schritt, der den Unterschied macht; bei niedriger Porosität das leichte Moroccanoil Treatment Light. Und wenn du es einfach halten willst, bleibt der Moroccanoil All In One Leave-in der sichere Startpunkt. Unsicher, was auf dich zutrifft? Dann schau bei uns im Salon in der Neubaugasse 9 in 1070 Wien vorbei – wir sehen es am nassen Haar in zehn Sekunden. Hier geht es zur Terminvereinbarung.
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Titelbild: KI-generiert für HauptSache. Produktabbildungen sind echte Packshots der jeweiligen Marke.


