Familie
Ein Duschregal, vier Haartypen: Haarpflege für die ganze Familie
Es gibt diesen einen Moment am Sonntagabend, den wir im Salon ständig geschildert bekommen: Du stehst vor dem Duschregal, und darauf stehen neun Flaschen. Zwei davon sind leer, drei gehören niemandem so richtig, und das eine große Shampoo, das alle benutzen, weil es eben da steht, macht dem einen das Haar platt, der anderen die Farbe fad und dem Dritten gar nichts.
Das ist kein Organisationsproblem. Es ist ein Haartyp-Problem. Vier Menschen in einem Haushalt haben fast nie dasselbe Haar – aber sie haben sehr wohl dieselben Grundbedürfnisse. Genau an dieser Trennlinie bauen wir im Salon die Familienregale auf: drei Produkte, die alle gemeinsam nutzen, und ein eigenes Shampoo pro Haartyp. Das sind in Summe oft weniger Flaschen als vorher, nicht mehr.

Warum ein Shampoo für alle fast nie aufgeht
Ein Shampoo macht im Grunde zwei Dinge: Es reinigt die Kopfhaut, und es hinterlässt eine bestimmte Menge Pflegestoffe in den Längen. Genau diese zweite Hälfte ist das Problem. Ein reichhaltiges Shampoo für trockene Längen legt sich auf feines Haar wie eine Decke – und die Tochter wundert sich, warum ihr Ansatz um 14 Uhr schon wieder liegt. Umgekehrt zieht ein Volumen-Shampoo den langen, colorierten Längen genau das ab, was sie bräuchten.
Wie oft gewaschen wird, spielt genauso mit hinein. Wer nach dem Training täglich unter die Dusche geht, braucht etwas anderes als jemand, der zweimal pro Woche wäscht. Wie du die Frequenz für dich findest, haben wir hier ausführlich beschrieben: Wie oft Haare waschen?
Der gemeinsame Teil: drei Produkte, die wirklich alle nutzen dürfen
Diese drei sind im Familienregal die Arbeitstiere. Sie dürfen in groß gekauft werden, weil sie von mehreren Personen aufgebraucht werden.
1. Ein mildes Basis-Shampoo. Das Maria Nila Head & Hair Heal Shampoo ist unser Standard dafür: sulfatfrei, vegan, ohne Duftschwere, und es wäscht ruhig genug, dass auch jemand damit täglich waschen kann. Zwei haselnussgroße Portionen, erst auf die Kopfhaut, einschäumen, gut ausspülen. Der passende Conditioner kommt nur auf die Längen, nie auf den Ansatz.
2. Ein Leave-in für alle. Der Moroccanoil All in One Leave-in Conditioner ist das Produkt, das in unserem Salon am häufigsten gemeinsam benutzt wird. Zwei bis drei Sprühstöße ins handtuchtrockene Haar, von Ohrhöhe abwärts, dann durchkämmen. Er entwirrt, legt sich nicht schwer auf und macht das Föhnen für jeden im Haushalt um Minuten kürzer. Für Kinder mit langen Haaren ist das oft der Unterschied zwischen Tränen und keinen Tränen beim Kämmen.
3. Ein Hitzeschutz. Sobald im Haushalt ein Föhn oder ein Glätteisen läuft – und das tut er –, gehört K18 HeatBounce ins Regal. Auf das feuchte Haar sprühen, kurz durchkämmen, dann föhnen. Eine Flasche hält bei zwei Personen gut zwei Monate.

Typ 1: feines Haar, das am Nachmittag platt liegt
Typisch für Jugendliche und für alle, die viel Haar, aber dünne einzelne Haare haben. Hier bringt ein eigenes Shampoo mehr als jedes Stylingprodukt. Kevin Murphy PLUMPING.WASH reinigt gründlich und lässt den Ansatz offen stehen – dazu die PLUMPING.RINSE, aber wirklich nur ab Ohrhöhe abwärts und maximal zwei Minuten einwirken lassen.
Trocknen mit nach vorn über den Kopf hängenden Haaren, die letzten dreißig Sekunden auf kalt. Das allein hebt den Ansatz spürbar. Mehr dazu: Soll man die Haare kalt nachföhnen?

Typ 2: coloriertes Haar, das nach drei Wochen fad aussieht
Farbe verliert nicht nur Pigment, sie verliert vor allem Glanz. Das Maria Nila Luminous Colour Shampoo und der dazugehörige Conditioner sind sulfatfrei und halten die Farbe deutlich länger satt als ein beliebiges Shampoo aus der Drogerie. Einmal pro Woche kommt zusätzlich die Luminous Colour Booster Masque in die Längen – fünf Minuten reichen.
Wenn das Haar zusätzlich blondiert ist, gehört alle zwei bis drei Wäschen Olaplex No.3 dazu, vor dem Shampoo auf handtuchtrockenes Haar. Wie das genau abläuft, steht hier: Olaplex No.3 zu Hause anwenden.
Typ 3: lange, trockene Längen
Je länger das Haar, desto älter sind die Spitzen – die untersten zehn Zentimeter können bei schulterlangem Haar gut drei Jahre alt sein. Das Moroccanoil Hydrating Shampoo mit dem Hydrating Conditioner ist hier die ruhigste Wahl, weil es Feuchtigkeit gibt, ohne das Haar zu beschweren.
Dazu eine erbsengroße Menge Moroccanoil Treatment ins handtuchtrockene Haar, nur Längen und Spitzen, dann föhnen. In der Heizsaison ist das kein Luxus, sondern der Unterschied zwischen weich und strohig – mehr dazu unter Heizsaison: Warum dein Haar jetzt trockener wird.
Typ 4: täglich gewaschen, kurz, nach dem Sport
Kurzes Haar und tägliches Waschen brauchen kein mildes Pflegeshampoo, sondern eines, das die Kopfhaut sauber und frisch hält. Das Paul Mitchell Tea Tree Special Shampoo ist bei uns seit Jahren das meistverkaufte Produkt in dieser Kategorie – Teebaum und Pfefferminze, kühlt angenehm, und eine kleine Menge reicht. Für das Styling danach genügt bei den meisten die Tea Tree Grooming Pomade, eine erbsengroße Menge in den Handflächen verreiben und ins trockene Haar kneten.
So stellst du um, ohne alles auf einmal zu kaufen
Niemand tauscht neun Flaschen an einem Tag. So machen es unsere Kundinnen und Kunden meistens:
- Woche 1: Alles aus dem Regal nehmen, Leeres und Angebrochenes von vor zwei Jahren wegwerfen. Du wirst überrascht sein, wie viel übrig bleibt.
- Woche 2: Die drei gemeinsamen Produkte kaufen – Basis-Shampoo, Leave-in, Hitzeschutz. Damit ist der Großteil des Alltags schon abgedeckt.
- Woche 3 bis 6: Pro Person ein eigenes Shampoo, immer dann, wenn das alte leer wird. Nicht alle gleichzeitig.
- Danach: Jede Person bekommt eine Ecke im Regal. Klingt banal, verhindert aber, dass wieder alle dieselbe Flasche nehmen.
Und ein Tipp aus dem Salon: Schreib mit einem wasserfesten Stift einen Buchstaben auf den Deckel. Bei Familien mit Teenagern ist das die wirksamste Maßnahme überhaupt.
Welches Produkt wann ins Haar kommt, haben wir hier Schritt für Schritt aufgeschrieben: Haarpflege-Reihenfolge. Und wenn du dir bei der Menge unsicher bist: Wie viel Shampoo braucht man wirklich?
Du weißt nicht, welcher Typ wer ist? Bring die Flaschen einfach mit. Wir schauen im Salon gemeinsam durch, was bleiben darf und was nicht – hier geht es zur Terminvereinbarung. Oder du stöberst direkt durch unsere Bestseller.
FAQ
Kann die ganze Familie dasselbe Shampoo verwenden?
Kurzfristig ja, auf Dauer merkt man es. Ein mildes Basis-Shampoo wie das Maria Nila Head & Hair Heal kommt dem gemeinsamen Nenner am nächsten, weil es sulfatfrei ist und weder beschwert noch austrocknet. Wer feines, coloriertes oder sehr langes Haar hat, profitiert trotzdem von einem eigenen Shampoo – das ist der eine Punkt, an dem wir im Salon nicht sparen würden.
Ist Profi-Shampoo für Kinder zu stark?
In der Regel ist es sogar milder als das, was sonst im Regal steht, weil der Sulfatanteil niedriger ist. Wichtig ist die Menge: Bei Kindern reicht eine haselnussgroße Portion auf der Kopfhaut, der Rest verteilt sich beim Ausspülen von selbst. Achte nur darauf, dass nichts in die Augen kommt – ein Waschbecken ist dafür oft praktischer als die Dusche.
Wie viele Produkte braucht eine vierköpfige Familie wirklich?
Sieben bis acht. Drei gemeinsame – Basis-Shampoo, Leave-in, Hitzeschutz – plus ein eigenes Shampoo pro Haartyp und eine Maske, die sich zwei Personen teilen können. Mehr Flaschen bedeuten meistens nur, dass einzelne davon ablaufen, bevor sie leer sind.
Eine Person ist coloriert, eine nicht – welches Shampoo nehmen wir?
Hier lohnen sich zwei Flaschen. Farbschützende Shampoos wie das Luminous Colour sind bewusst sanft dosiert, damit das Pigment im Haar bleibt – für ungefärbtes Haar, das täglich gewaschen wird, reinigen sie manchen zu wenig. Umgekehrt zieht ein kräftigeres Shampoo die frische Farbe schneller heraus.
Lohnt sich die große Flasche?
Bei den drei gemeinsamen Produkten fast immer, weil sie von mehreren Personen aufgebraucht werden. Bei einem Shampoo, das nur eine Person benutzt, rechnet es sich erst, wenn mindestens zweimal pro Woche gewaschen wird. Alles, was länger als zwei Jahre im Regal steht, verliert an Duft und Konsistenz – dann war groß die teurere Entscheidung.
Mein Mann wäscht nach jedem Training – ist das zu oft?
Bei kurzem Haar ist tägliches Waschen unproblematisch, solange das Shampoo dazu passt. Entscheidend ist, dass es die Kopfhaut nicht jedes Mal komplett entfettet. Ein Shampoo mit Teebaum reinigt gründlich und fühlt sich trotzdem nicht trocken an.
Wie verhindere ich, dass wieder alle dieselbe Flasche nehmen?
Mit sichtbarer Zuordnung: ein Buchstabe mit wasserfestem Stift auf dem Deckel, oder für jede Person eine eigene Ecke im Regal. Das klingt nach Kleinigkeit, ist aber der häufigste Grund, warum gut geplante Familienregale nach drei Wochen wieder durcheinander sind.
Wenn du lieber einmal gemeinsam durchgehst, welches Haar was braucht: Wir nehmen uns im Salon in der Neubaugasse 9 dafür Zeit. Schreib uns kurz.
Titelbild: KI-generiert für HauptSache. Produktfotos: Herstellerbilder aus unserem Shop.


