Haarbruch

Spliss: was wirklich hilft – und was ihn nur verdeckt | 2026

Spliss lässt sich nicht kleben. Was im Salon wirklich funktioniert: der richtige Schnitt, drei Produkte für zu Hause und die Gewohnheiten, die deine Spitzen jeden Tag aufreißen.
Fachlich geprüft von Füsun Friseurmeisterin & Inhaberin · · 9 Min. Lesezeit
Illustration: Frau betrachtet die Spitzen ihrer langen braunen Haare im Badezimmer

Du fährst mit den Fingern durch die Längen und bleibst kurz vor den Spitzen hängen. Hältst du eine Strähne gegen das Licht, siehst du sie: winzige weiße Pünktchen, kleine Gabeln, Härchen, die sich auf halber Länge einfach zweiteilen. Das Haar fühlt sich an wie Stroh, obwohl du seit Monaten brav eine Maske benutzt. Diese Kombination – gepflegt und trotzdem struppig – hören wir im Salon in der Neubaugasse fast täglich.

Die gute Nachricht: Spliss ist kein Schicksal. Die ehrliche Nachricht: Er lässt sich nicht zurückverwandeln. Alles, was du tun kannst, teilt sich in zwei Lager – den Teil wegschneiden und den Rest davor bewahren, dass es ihm gleich geht. Hier steht, wie das konkret geht.

Was Spliss eigentlich ist

Ein Haar hat außen eine Schuppenschicht, die wie Dachziegel übereinanderliegt. Sie schützt das Innere. Wenn diese Schicht durch Reibung, Hitze, Färben oder schlicht durch Lebensjahre abgetragen ist, liegt das Haarinnere frei – und beginnt sich aufzufasern. Zuerst ganz unten, dann wandert es nach oben.

Deshalb sitzt Spliss fast immer in den Spitzen: Die sind am ältesten. Bei schulterlangem Haar ist die unterste Strähne gut zwei Jahre alt und hat zwei Sommer, zwei Heizsaisonen und ein paar hundert Wäschen hinter sich. Dass sie anders aussieht als der Ansatz, ist normal. Dass sie sich spaltet, ist vermeidbar.

Wichtig für die Erwartungshaltung: Ein gespaltenes Haar wächst nicht wieder zusammen. Produkte, die „Spliss versiegeln“ versprechen, legen eine Pflegeschicht um die aufgefaserten Enden. Das sieht sofort besser aus, hält bis zur nächsten Wäsche und kauft dir Zeit – aber es klebt nichts zusammen. Wer dir etwas anderes erzählt, verkauft dir eine Geschichte.

Schritt 1: Der Schnitt, der nicht weh tut

Jede Routine beginnt damit, den vorhandenen Spliss loszuwerden. Sonst arbeitest du gegen ein Problem an, das sich währenddessen weiter nach oben frisst – und aus einem Zentimeter werden fünf.

Im Salon reden wir dabei nicht über „kürzer machen“. Ein halber bis ganzer Zentimeter alle acht bis zwölf Wochen reicht in den meisten Fällen völlig und ist an der Länge kaum zu sehen. Wenn du die Haare wachsen lassen willst, ist genau das der Weg: regelmäßig wenig, statt einmal im Jahr viel. Mehr dazu in unserem Beitrag Wie oft Spitzen schneiden lassen? und, wenn du gerade auf Länge hinarbeitest, in Lange Haare pflegen.

Wenn du dir nicht sicher bist, wie weit der Spliss schon hochgewandert ist, schau bei uns vorbei – das sehen wir in zwei Minuten an der trockenen Strähne. Termin im Salon in der Neubaugasse 9.

Schritt 2: Die Routine aus drei Produkten

Zwischen zwei Schnitten entscheidet sich, ob der nächste Termin wieder ein halber oder doch ein ganzer Zentimeter wird. Wir bauen das im Salon immer gleich auf: eine Kur vor der Wäsche, eine Leave-in-Pflege danach, ein Öl oder Spitzenfluid zum Abschluss.

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ghd Rehab geht gezielt auf die untersten Zentimeter – das sichtbarste Sofortergebnis bei aufgesplissenen Spitzen.

Vor der Wäsche: die Bond-Kur

Das Olaplex No.3PLUS Complete Repair Treatment kommt auf handtuchtrockenes oder leicht feuchtes Haar – nicht auf tropfnasses, sonst verdünnt es sich zu stark. Eine großzügige Portion in die Längen und Spitzen, nicht auf den Ansatz, zehn Minuten einwirken lassen, dann ganz normal waschen und conditionieren. Einmal pro Woche reicht. Das No.3PLUS ist die stärkere Variante des Klassikers Olaplex No.3 Hair Perfector; wenn dein Haar nur leicht angegriffen ist, tut es das No.3 auch.

Was du danach merkst: Das Haar lässt sich leichter durchkämmen und die Spitzen fransen beim Trocknen weniger auf. Was du nicht merkst: Glanz. Dafür kommt der dritte Schritt.

Nach der Wäsche: Leave-in auf die Längen

Die K18 Leave-In Molecular Repair Hair Mask ist die eine Ausnahme, bei der wirklich weniger mehr ist. Haar auswaschen, mit dem Handtuch gut ausdrücken – es darf nicht mehr tropfen –, dann eine erbsengroße Menge auf die Längen und Spitzen verteilen. Vier Minuten warten, nicht ausspülen, dann föhnen oder stylen. Eine Tube hält bei schulterlangem Haar mehrere Monate, weil du sie nur alle paar Wäschen brauchst.

Olaplex oder K18 – diese Frage bekommen wir ständig. Beide arbeiten an der Haarstruktur, nur an unterschiedlichen Stellen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Den direkten Vergleich haben wir in Olaplex oder K18 aufgeschrieben.

Zum Abschluss: Öl oder Spitzenfluid

Jetzt kommt der Teil, der sofort sichtbar ist. Das ghd Rehab Spliss-Treatment ist dafür gemacht, die aufgefaserten Enden optisch zu glätten: eine kleine Menge nur auf die untersten fünf Zentimeter, ins handtuchtrockene Haar, dann föhnen. Die Spitzen wirken geschlossener und fusseln weniger.

Wer lieber ein klassisches Öl nimmt: eine erbsengroße Menge Moroccanoil Treatment ins handtuchtrockene Haar, nur Längen und Spitzen, niemals in den Ansatz. Bei feinem Haar, das von Öl schnell platt wird, greifst du zum Moroccanoil Treatment Light – gleiche Idee, leichtere Textur. Wie du die Menge findest, ohne strähnig zu werden, steht in Haaröl richtig anwenden.

Diese drei Produkte sind die Standard-Empfehlung, die bei uns am Waschbecken am häufigsten über die Theke geht. Alles, was bei Spliss und geschädigten Längen sonst noch in Frage kommt, findest du gesammelt in der Kategorie Spliss & geschädigtes Haar.

Schritt 3: Die Gewohnheiten, die deine Spitzen aufreißen

Produkte helfen nur, wenn du nicht gleichzeitig dagegen arbeitest. Das sind die fünf Dinge, die wir am Stuhl am häufigsten als Ursache identifizieren:

  • Das Handtuch-Turban-Rubbeln. Frottee reibt die Schuppenschicht auf. Haare stattdessen zwischen den Handtuchlagen ausdrücken, nicht rubbeln.
  • Nass bürsten mit der falschen Bürste. Nasses Haar ist am empfindlichsten. Von unten nach oben in kleinen Abschnitten entwirren – die Technik steht in Haare entwirren ohne Haarbruch.
  • Glätteisen ohne Hitzeschutz. Jeder einzelne Durchgang ohne Schutzschicht kostet dich Schuppenschicht. Welche Temperatur wirklich nötig ist, steht in Welche Temperatur beim Glätteisen?
  • Immer derselbe Zopf an derselben Stelle. Das Gummi arbeitet jeden Tag an demselben Punkt. Position wechseln, weiche Haargummis nehmen.
  • Schal und Wollmantel. Im Herbst und Winter scheuern die Längen stundenlang am Kragen. Dazu haben wir einen eigenen Beitrag: Warum Längen im Winter auf Schulterhöhe brechen.

So sieht die Woche aus

Damit es nicht nach Aufwand klingt – so wenig ist es wirklich:

  • Einmal pro Woche: Olaplex No.3PLUS vor der Wäsche, zehn Minuten.
  • Jede zweite bis dritte Wäsche: K18 Leave-In auf die Längen, vier Minuten, nicht ausspülen.
  • Nach jeder Wäsche: ghd Rehab oder Moroccanoil auf die Spitzen, bevor du föhnst.
  • Alle acht bis zwölf Wochen: Spitzen nachschneiden lassen.

Realistisch siehst du nach drei bis vier Wochen, dass die Spitzen weniger aufreißen und sich das Haar besser durchkämmen lässt. Der große Unterschied kommt nach dem zweiten Schnitttermin – wenn der alte Spliss weg ist und der neue gar nicht erst entstanden ist.

Was wir im Salon ausdrücklich nicht empfehlen

Spliss abreißen. Das Haar reißt nicht sauber, sondern faserig – und spaltet sich an der neuen Bruchstelle sofort weiter.

Selber mit der Nagelschere schneiden. Eine stumpfe Haushaltsschere quetscht das Haar, statt es zu durchtrennen. Das Ergebnis ist in zwei Wochen wieder Spliss, nur zwei Zentimeter kürzer.

Die Spliss-Trimmgeräte aus der Drogerie. Sie erwischen einen Teil der Spitzen, aber eben nur einen Teil – und sie ersetzen keinen Schnitt, der die Linie mitnimmt.

Öl in rauen Mengen. Zu viel Öl macht die Längen schwer und strähnig, und es verdeckt nur. Eine erbsengroße Menge ist wirklich alles.

FAQ

Wie sieht Spliss eigentlich aus?

Halte eine Strähne locker gegen helles Licht und dreh sie leicht. Spliss zeigt sich als winzige Gabelung am Ende, manchmal auch als weißer Punkt mitten in der Länge. Fühlt sich die Strähne beim Durchziehen zwischen zwei Fingern rau und federig an statt glatt, ist die Schuppenschicht schon offen.

Wie viel muss beim Spliss-Schnitt wirklich ab?

In den meisten Fällen ein halber bis ein ganzer Zentimeter, alle acht bis zwölf Wochen. Nur wenn der Spliss schon weit hochgewandert ist, muss mehr weg – das sieht man aber an der trockenen Strähne sofort und wir sagen es dir vorher, nicht hinterher.

Kann man Spliss ohne Schneiden wegbekommen?

Wegbekommen nicht – aber deutlich unauffälliger machen. Ein Spitzenfluid wie das ghd Rehab Spliss-Treatment legt sich um die aufgefaserten Enden, die Spitzen wirken geschlossener und fusseln weniger. Das hält bis zur nächsten Wäsche und verschafft dir Zeit bis zum Termin.

Was ist der Unterschied zwischen Spliss und Haarbruch?

Spliss spaltet sich der Länge nach auf und sitzt meist in den Spitzen. Haarbruch bricht quer durch und zeigt sich als kurze abstehende Härchen mitten im Haar, oft auf Schulterhöhe. Beides hat ähnliche Ursachen, braucht aber unterschiedliche Antworten – mehr dazu in Haarbruch erkennen und stoppen.

Welches Produkt wirkt bei Spliss am schnellsten sichtbar?

Für das Sofortbild ein Spitzenfluid oder Öl. Eine erbsengroße Menge Moroccanoil Treatment ins handtuchtrockene Haar, nur Längen und Spitzen, dann föhnen – die Enden wirken direkt nach dem Trocknen glatter. Für die Struktur darunter brauchst du trotzdem die wöchentliche Kur.

Brauche ich Olaplex oder K18, wenn ich schon eine Haarmaske benutze?

Die beiden machen unterschiedliche Jobs. Eine Maske gibt Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit, Olaplex No.3PLUS und die K18 Leave-In Mask arbeiten an der Struktur. Bei stark strapazierten Längen ergänzen sie sich; bei nur leicht trockenem Haar reicht die Maske.

Mein Haar ist fein – welches Öl beschwert die Spitzen nicht?

Nimm das Moroccanoil Treatment Light. Es ist auf feines und helles Haar abgestimmt und hinterlässt keinen schweren Film. Entscheidend bleibt die Menge: erbsengroß, in den Händen verreiben, erst dann ins Haar – und wirklich nur in die untere Hälfte.

Darf ich Spliss zwischendurch selbst wegschneiden?

Besser nicht mit der Nagelschere. Eine stumpfe Haushaltsschere quetscht das Haar statt es sauber zu durchtrennen, und an der gequetschten Stelle spaltet es sich erneut. Wenn dich einzelne Härchen stören, kommst du besser mit einem Spitzenfluid über die Zeit bis zum nächsten Termin.

Der nächste Schritt

Wenn du nur eine Sache mitnimmst: Spliss stoppt man nicht mit einem Produkt, sondern mit einem Schnitt plus einer Routine, die man auch wirklich durchhält. Drei Produkte, einmal pro Woche zehn Minuten – das ist der ganze Aufwand.

Die komplette Routine bekommst du bei uns im Shop: Olaplex No.3PLUS, K18 Leave-In Mask und ghd Rehab. Und wenn du zuerst wissen willst, wie viel wirklich ab muss, sehen wir uns das gerne persönlich an – Termin im Salon, Neubaugasse 9, 1070 Wien.

Titelbild: KI-generiert für HauptSache. Produktbild: Herstellerpackshot.

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